Eine Silvesterparty der Superlative stand mir in diesem Jahr ins Haus. In netter Gesellschaft, kleine Gruppe von lediglich fünf Leuten. Nachdem die Jahreswechsel der vergangenen 5 Jahre nicht unbedingt zu den Erlebnissen gehörten, die man wiederholen will (allerdings doch zu denen gehörten, die man nie vergisst!),  sollte es dieses Jahr was ganz anderes sein.
Schlimmer konnte es eigentlich gar nicht mehr werden, also frisch ans Werk!
Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die das ganze Jahr locker bis 2 Uhr durchhalten kann, ohne geringste Müdigkeitserscheinungen, aber an Silvester ist das was ganz anderes. Da schau auch ich schon um 9 auf die Uhr und frage mich, wie ich die restlichen 3 Stunden eigentlich überleben soll. Früher, zu Skifahrzeiten, da gab es mehrere Möglichkeiten, diesen Abend zu gestalten. Entweder gab man sich stundenlangem Essen hin oder man verbrachte den Abend grölend (weil Unterhaltung nicht möglich bei dem Geräuschpegel) in einer übervollen IN - Kneipe oder eben ganz beschaulich im Kreise der Familie, mehr oder weniger gequält Spielchen spielend oder einfach nur die Zeit absitzend. Zum Jahreswechsel bei Wiener Walzer - Klängen und Geballer war man dann auch froh, es mal wieder geschafft zu haben.
Je mehr Silvesterabende ich erleben durfte, desto mehr kann ich meine Oma Greta verstehen: die konnte nämlich Silvester - übrigens genau wie Heiligabend - nicht leiden und entzog sich dem ganzen Getue mit schöner
Regelmäßigkeit mittels zwei verschiedener Methoden:
entweder ging sie sehr früh zu Bett, mit der Bitte nicht geweckt zu werden (hätte auch gar keinen Sinn gehabt, denn sie war wach) oder sie fing rechtzeitig an, einen Streit vom Zaun zu brechen, womit das gleiche Ziel erreicht war.
So ähnlich ging es mir nun die letzten fünf Jahre auch, nicht so ehrlich ausgelebt, aber mit hohem Wiedererkennungswert!
Nun, egal, lassen wir die Vergangenheit ruhen. Diese Jahr sollte es anders sein... aber wie so oft im Leben, es wird alles noch getoppt.
Meine vier eingangs erwähnten Begleiter für den Abend waren nämlich meine vier Kleinen, die verständlicherweise kein rechtes Verständnis für die große Bedeutung des letzten Abends eJohanna Jahres aufbringen konnten.
Trotzdem, gerade trotzdem, habe ich gedacht, muss wenigstens was Nettes zu essen sein. Ich habe also morgens auf dem Markt ein beachtliches Stück Rinderfilet (lecker, wenn blutig!!!) zu einem ebenso beachtlichen Preis von fast 40 Euro das Kilo erworben. Egal. Morgen ist ja der erste, da schau ich mal nicht so aufs Geld! Und der hauseigenen Vegetarier ist mit dem Meister auf Konzertreise, also steht einem hemmungslosen Fleischgenuss fast nichts mehr im Weg!
Und vorsichtshalber habe ich auch noch gleich vier Flaschen Hopfenmalzkaltschale in netten grünen Flaschen von der Firma, die die Flaschen fast gedrechselt aussehen lässt, gekauft. Für den Notfall. Besser als jede Baldrian - Hopfen Pille und ungemein viel schmackhafter!
Der Tag verlief wie jeder andere auch, nur das Wetter war eher bescheiden.
Aber ein kurzer Ausflug durch den zu- und abnehmenden Regen musste einfach sein, von wegen frischer Luft. Und wer weiß, vielleicht werden die Lieben ja doch müde, und ich kann an diesem wahnsinnig spannenden Thriller weiterlesen.....

Also nix wie raus und freuen auf den Abend! Und bestimmt gibt es wieder eine SUPER Knallerei, die l i e b e n wir !!!

© by Bettina Wunsch - www.wunschverlag.de